Julia Schäfer alias „Tschulique“ erklärt Treppenberechnungen, schneidet Baustahl und zeigt, wie eine Mauer entsteht. Damit erreicht die 32-jährige Maurermeisterin aus Kraichtal ein Publikum, das klassische Handwerkskommunikation selten erreicht: Einzelne TikTok-Clips kommen nach Angaben eines dpa-/SWR-Porträts auf mehr als 20 Millionen Aufrufe.
Hinter dem souveränen Auftreten steht eine persönliche Vorgeschichte. Schäfer berichtet, während ihrer Schulzeit massiv gemobbt worden zu sein. Die Maurerausbildung habe sie später gezwungen, für sich einzustehen. Diese Erfahrung beschreibt sie als wichtigen Schritt zu mehr Selbstvertrauen. Eine psychologische Diagnose lässt sich daraus nicht ableiten – es ist ihre eigene Einordnung ihres Weges.
Der Erfolg ihrer Videos beruht nicht nur auf der Überraschung, eine Frau auf der Baustelle zu sehen. Tschulique verbindet sichtbare Arbeitsschritte mit verständlicher Erklärung. Wo andere Creator nur das fertige Ergebnis zeigen, macht sie das handwerkliche Wissen selbst zum Inhalt. Das gibt den Clips Nutzen und Persönlichkeit zugleich.
Damit wird ihr Account zu mehr als einem Karriereporträt. Er zeigt, wie Fachwissen, Haltung und biografische Erfahrung zusammenwirken können. Tschulique versteckt die schwierige Schulzeit nicht, lässt sich aber auch nicht darauf reduzieren. Im Mittelpunkt steht eine Maurermeisterin, die ihr Gewerk beherrscht – und daraus eine eigenständige Creator-Sprache gebaut hat.
**Quelle:** [dpa-/SWR-Porträt bei WELT über Julia Schäfer alias Tschulique](https://www.welt.de/regionales/baden-wuerttemberg/article6980a46f78c88161f9da49ad/darum-wurde-bau-influencerin-tschulique-frueher-gemobbt.html).
